Landwirte zu umweltgerechtem Nährstoffeinsatz aufgefordert

Boden schonend bewirtschaften und effektiv Düngen

Landwirte zu umweltgerechtem Nährstoffeinsatz aufgefordertLandwirtschaftsminister Frank Kupfer hat an Sachsens Landwirte appelliert, sich noch mehr als bisher für den Schutz vor Bodenerosion und für die Verbesserung der Stickstoffeffizienz zu engagieren. "Die sächsische Landwirtschaft muss ihre Nitrat- und erosionsbedingten Phosphateinträge in die Gewässer weiter vermindern", sagte der Minister heute (24. Februar 2012) in Triebischtal (Landkreis Meißen) vor 200 Teilnehmern der Düngetagung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). "Ohne diesen wichtigen Beitrag der Landwirte sind die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie - ein guter Zustand aller Gewässer bis Ende 2015 - nicht erreichbar. Dieser Herausforderung müssen wir uns gemeinsam mit der Landwirtschaft stellen." Die Düngetagung steht in diesem Jahr unter dem Motto "Effizienter und umweltgerechter Nährstoffeinsatz".

Kupfer verwies auf die in den vergangenen 20 Jahren erzielten Erfolge bei der Nitratminderung und beim Erosionsschutz. So haben sich die Nitratgehalte im Rohwasser der Trinkwassertalsperren und auf den sächsischen Dauertestflächen um rund ein Drittel verringert. Die erosionsmindernde konservierende Bodenbearbeitung wird heute auf einem Drittel der sächsischen Ackerfläche angewendet. "Beides ist beachtlich, reicht aber noch nicht aus", so der Minister. Denn die immer noch zu hohen Nitrat- und Phosphateinträge sind eines der Hauptprobleme sächsischer Gewässer. 24 Prozent der sächsischen Grundwasserkörper sind aufgrund zu hoher Nitratgehalte in einem schlechten Zustand. In rund 70 Prozent der Oberflächenwasserkörper gibt es eine zu hohe Phosphatkonzentration. Modellrechnungen zeigen, dass mehr als die Hälfte der Gesamt-Stickstoffeinträge und mehr als ein Viertel der Phosphat-Einträge in die sächsischen Gewässer von landwirtschaftlich genutzten Flächen stammen. Der Haupteintragungspfad bei Phosphat ist die Bodenerosion. "Hier wurde schon vieles erreicht, aber wir brauchen weitere Verbesserungen", sagte Kupfer. "Im Interesse der Umwelt und im Interesse der Landwirtschaft selbst."

Rund 64 Prozent der sächsischen Ackerflächen weisen eine hohe bis sehr hohe Erosionsgefährdung auf. Nach modellgestützten Erosionsabschätzungen werden jährlich rund drei Millionen Tonnen Boden von sächsischen Äckern abgetragen. "Deshalb führt kein Weg daran vorbei, die konservierende Bodenbearbeitung dauerhaft auf möglichst allen erosionsgefährdeten Ackerflächen anzuwenden", so der Minister. Der Freistaat Sachsen fördert diese Bewirtschaftung über das Agrarumweltprogramm, über das 2011 insgesamt rund 41 Millionen Euro ausgezahlt wurden. Unterstützung aus dem Fördertopf gibt es auch für weitere stoffeintragsmindernde Maßnahmen wie zum Beispiel die Ansaat von Zwischenfrüchten und Untersaaten sowie für das Anlegen von Grünstreifen auf Ackerland und den Ökolandbau.

Ein weiteres Mittel, die Nitratgehalte im Grundwasser zu verringern ist der effizientere und damit verminderte Einsatz von Stickstoffverbindungen in der Landwirtschaft. Möglichkeiten dafür gibt es bereits bei der Fütterung im Stall, beim Wirtschaftsdüngermanagement, beim Düngen selbst sowie bei weiteren pflanzenbaulichen Maßnahmen, die der Vermeidung von Stickstoffverlusten dienen.

Informationen zur Verbesserung des Erosionsschutzes und der Effizienz des Stickstoffeintrags erhalten die Landwirte bei Informations- und Schulungsveranstaltungen, Demonstrationsvorhaben und Feldtagen des LfULG. Im Jahr 2011 gab es sachsenweit 44 Veranstaltungen und 14 Feldtage zu verschiedenen Themen. Hinzu kommen zehn Arbeitskreise in denen sich Fachleute und Landwirte seit zwei Jahren intensiv austauschen. "Diesen wichtigen Wissens- und Erfahrungsaustausch wollen wir auch weiterhin fortsetzen", sagte Kupfer.

SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft