IG Metall - Jahrelanger Leiharbeitereinsatz schadet den Unternehmen

Beim Einsatz von Leiharbeit muss es Grenzen geben

IG Metall - Jahrelanger Leiharbeitereinsatz schadet den UnternehmenFür die rund 100.000 Beschäftigten in Berlin und Brandenburg sowie für die rund 140.000 Beschäftigten in Sachsen haben die regionalen Tarifkommissionen der IG Metall am vergangenen Mittwoch in Leipzig und am Freitag in Berlin ihre Forderungen beim Einsatz von Leiharbeit bekräftigt. Ab jetzt beginnt die heiße Phase der bevorstehenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Für die Tarifkommissionen sind die qualitativen Themen zur Leiharbeit und Übernahme Ausgebildeter neben der Einkommenserhöhung gleichrangig.

Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter in Berlin, Brandenburg und Sachsen erwartet von den Arbeitgebern: "Die Zukunftsfragen der jungen Menschen ernst zu nehmen". Trotz sehr guter wirtschaftlicher Entwicklung in vielen Unternehmen wurden fast die Hälfte aller Einstellungen über Leiharbeit vorgenommen. "Der jahrelange Leiharbeitereinsatz steht dem durch die Arbeitgeber beklagten Fachkräftemangel diametral entgegen und schadet den Unternehmen. Diese Beschäftigungspolitik ist falsch und muss durch mehr Mitbestimmung in den Betrieben wieder zivilisiert werden. Betriebsräte wissen sehr genau, in welchem Maß Flexibilität tatsächlich erforderlich ist. Deshalb fordern wir als IG Metall erweiterte Mitbestimmung bei Leiharbeit in den Betrieben", sagte Olivier Höbel.

Für die IG Metall ist die Behandlung der Leiharbeiter eine grundsätzliche Frage von Gerechtigkeit und Menschenwürde. 87 Prozent aller Leiharbeiter haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. Zweidrittel arbeiten bereits länger als sechs Monate im gleichen Betrieb. 55 Prozent sind länger als zwölf Monate im Einsatzbetrieb tätig. Der Einkommensunterschied beträgt bis zu 50 Prozent. Leiharbeit behindert gute Personalentwicklung und verfälscht die Produktivität der Beschäftigten, da Leiharbeiter als Sachkosten abgerechnet werden.

Die Forderungsempfehlung des IG Metall-Vorstands von 6,5 Prozent wird jetzt in den Betrieben bis zum 23. Februar diskutiert. Anschließend beschließen alle Tarifkommissionen die Entgeltforderung für 2012. Die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie enden zum 31. März 2012.

Internet: http://www.igmetall-bbs.de/

Quelle: IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen