IG Metall - Azubiausverkauf bei Takraf Tenova Lauchhammer

Großer Jungfacharbeiterausverkauf bei Takraf Tenova!

IG Metall - Azubiausverkauf bei Takraf Tenova LauchhammerUnter diesem Motto könnte man das beschreiben, was gerade in dem traditionsreichen Stahlbauunternehmen in Lauchhammer geschieht. Vier jungen Mitarbeitern wurde in den letzten Wochen unmissverständlich gezeigt, dass man sie nach ihrer Ausbildung nicht übernehmen möchte. Dies trotz hervorragender Ausbildung, bester Prüfungsergebnisse und verbindlichem, gültigen Tarifvertrag, der eine Übernahme in ein mindestens 12-monatiges, befristetes Arbeitsverhältnis zusichert.

Mittlerweile wurde den 4 Jungfacharbeitern ein "Ausgleich" für den entgangen Arbeitsplatz gezahlt. Aus Sicht der IG Metall Südbrandenburg erfolgte selbst dieses Zugeständnis nur aufgrund der Befürchtungen von Takraf, dass die jungen Mitarbeiter beim Arbeitsgericht Klage einreichen - und hier offensichtlich über sehr gute Erfolgsaussichten verfügen könnten.

Es scheint fraglich, warum Takraf junge und gut ausgebildete Fachkräfte gerade vor dem Hintergrund der laufenden Diskussion um den Fachkräftemangel - und dessen noch bevorstehender Verschärfung in unserer Region - gehen lässt. Wie möchte ein etabliertes Unternehmen in der Region als guter und anerkannter Ausbilder wahrgenommen werden, wenn trotz öffentlichem Bekunden, an der jährlichen Erstausbildung festzuhalten, zudem im September auch keine neuen Auszubildenden eingestellt werden sollen?

Die Übernahme nach der Ausbildung ist heute ein entscheidender Faktor bei der Berufswahl junger Menschen. Takraf, sonst als seriöses Unternehmen bekannt, hinterlässt mit dieser Missachtung gültiger Tarif(Verträge) nicht nur einen üblen Beigeschmack. Vielmehr scheint ein weiteres Unternehmen unserer Region sehenden Auges in die Fachkräftefalle zu gehen. Wenn in kommenden Jahren die Rufe nach qualifizierten Mitarbeitern laut werden, darf man auch bei Takraf eins nicht vergessen: Man hatte es selbst in der Hand, dieses Problem zu umgehen.

Allerdings kann hier auch ein negatives Signal für den Südbrandenburger Lehrstellenmarkt entstehen, in dem schon jetzt viele Ausbildungsplätze nicht mehr besetzt werden können. "Wenn sich selbst etablierte Ausbildungsbetriebe nicht an die Zusagen halten, mit denen sie junge, engagierte Menschen in der Region halten wollten, kann das auch zur Triebfeder für die weitere Abwanderung künftiger Fachkräfte werden. Deshalb ist es von großer Bedeutung, gerade jetzt, wo sich viele junge Menschen für eine Ausbildung entscheiden, für deren Sicherheit und gegen die vertragswidrige Willkür eines vermeintlichen Zukunftspartners stark zu machen", so Ralf Köhler von der IG Metall Südbrandenburg.

Quelle: IG Metall Südbrandenburg