Brandenburgische Forscher machen sich fit in Sachen EU-Förderung

Mehr als 30 Vertreter brandenburgischer Wissenschaftseinrichtungen werden sich am 16. und 17. Februar in Brüssel über die zukünftige europäische Forschungsförderung informieren.

Brandenburgische Forscher machen sich fit in Sachen EU-FörderungEingeladen zu dem Arbeitsbesuch in die Vertretung des Landes Brandenburg bei der Europäischen Union in Brüssel hatten die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Sabine Kunst, und der Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, Ralf Christoffers.

Die Vertreter der brandenburgischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden während zweier Tage mit Vertretern der Europäischen Kommission und weiteren europäischen Entscheidungsträgern und Institutionen zusammentreffen. Im Mittelpunkt des Arbeitsbesuchs stehen die aktuellen Entwicklungen in der EU-Forschungs- und -Förderpolitik, vor allem die Vorschläge der Europäischen Kommission zum zukünftigen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation "Horizont 2020".

"In Zeiten von Haushaltskonsolidierung und sinkenden Direktzuweisungen von der EU wird das Einwerben von EU-Drittmitteln immer wichtiger für Brandenburg", so Wissenschaftsministerin Kunst. "Darüber hinaus machen Förderanträge bei der EU die brandenburgische Wissenschaft international und europaweit sichtbarer". Wir haben in Brandenburg neben den außeruniversitären Forschungseinrichtungen auch Hochschulen, die erfolgreich sind bei der Einwerbung von EU-Geldern. Dazu gehören die Universität Potsdam in den Bereichen Biowissenschaften, IKT sowie Geschichts- und Sprachforschung oder die BTU Cottbus in den Bereichen Energie oder Verkehr. "Was wir brauchen, ist eine gute Vernetzung von Hochschul- und Forschungseinrichtungen. Einen kräftigen Impuls wird in diesem Zusammenhang die Gründung einer Universität mit dem Schwerpunkt Energie in der Lausitz haben", so Kunst. "Für die Einwerbung von EU-Drittmitteln sind frühzeitige Informationen und eine gute europäische Vernetzung wichtige Erfolgsfaktoren. Wir freuen uns über die zahlreichen Teilnehmer. Das macht deutlich, dass die Brandenburger Wissenschaftseinrichtungen dem Thema Europa eine große Bedeutung beimessen," so die Ministerin.

"Das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Horizont 2020' soll Forschung und Wirtschaft stärker miteinander verbinden als bisher. Das ist ein guter Ansatz, der sich mit den Zielen der brandenburgischen Landesregierung deckt. Eine Unterstützung von der Idee bis hin zur Marktreife ist der richtige Weg, damit wissenschaftliche Durchbrüche rasch in innovative Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden können. Das sichert Wettbewerbsvorteile und Arbeitsplätze", sagte Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers.

Positiv sei auch zu bewerten, dass die Kommission ein besonderes Augenmerk auf Innovationen bei kleinen und mittleren Unternehmen richte, so Christoffers weiter. "Daher gilt es, unsere Unternehmen dazu zu befähigen, auf europäischem Parkett mitzuwirken. Die gemeinsame Innovationsstrategie mit Berlin innoBB bietet dazu den Rahmen. Unter Mitwirkung aller Clusterakteure muss diese Strategie jetzt mit Leben erfüllt werden. Dazu gehört auch, dass Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen ihr Know-how einbringen und kleine und mittlere Unternehmen stärker in Projekte einbinden."

Minister Christoffers appellierte zudem an die brandenburgischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aktiv vorhandene Netzwerke zu nutzen, an denen Brandenburg gemeinsam mit anderen europäischen Regionen beteiligt ist. Der Austausch mit anderen Regionen sei eine gute Möglichkeit, Partner für Forschungsvorhaben zu gewinnen.

Zum Auftakt der Veranstaltung wird Waldemar Kütt, Stellvertretender Kabinettschef der Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, Frau Máire Geoghegan-Quinn, einen Vortrag zur aktuellen Forschungspolitik der Europäischen Kommission halten.

Hintergrund:

Insgesamt ist davon auszugehen, dass die durch "Horizont 2020" zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten an die des aktuellen 7. EU-Forschungsrahmen-programms anschließen werden.

Mit "Horizont 2020" ist ein strategischer Rahmenplan für die Förderung von Forschung und Innovation und eine gemeinsame Strategie und Zielrichtung verknüpft. Diese Förderung entlang bestimmter Themenstellungen zielt auf Grundlagenforschung und nachfolgende Innovation bis hin zur Marktreife und deckt so die gesamte Innovationskette ab. Die Themenstellungen sollen sich an den "großen gesellschaftlichen Herausforderungen" orientieren, vor denen die EU derzeit steht, wie z.B. demografischer Wandel, Energie, Mobilität, Gesundheit, Klimawandel.

Mit dem Kommissionsvorschlag für "Horizont 2020" ist das ordentliche Gesetzgebungsverfahren gestartet, welches die Beratung und Verabschiedung von "Horizont 2020" durch den Rat und das Europäische Parlament (EP) vorsieht. Das Spezifische Programm wird vom Rat nach Anhörung des EP (Konsultationsverfahren) verabschiedet werden. Die Gesetzgebungsphase wird etwa anderthalb Jahre in Anspruch nehmen, so dass mit der Verabschiedung des nächsten Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Ende 2013 zu rechnen ist.

Gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten sowie des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg