Berlin-Brandenburger Wirtschaft weiter im Konjunkturhoch

Die Zeichen der Wirtschaftsentwicklung in Berlin und Brandenburg stehen auch zu Beginn des Jahres 2012 weiter auf Wachstum. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern Berlin, Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg. Demnach ist die aktuelle Geschäftslage in der Region besser als je zuvor. Der Konjunkturumfrage zufolge wird sich das Wachstum in den kommenden Monaten zwar verlangsamen; Rezessionsängste sind dennoch nicht spürbar.

Erfreulich sind die nun vorgelegten Konjunkturdaten. So schätzen 92 Prozent der befragten Unternehmen ihre laufenden Geschäfte als "gut" oder "zufriedenstellend" ein. Ähnlich gut war die Lage zuletzt im Boomjahr 2007. In den nächsten Monaten erwarten die Betriebe in Berlin und Brandenburg eine etwas ruhigere, aber weiterhin positive Konjunkturdynamik. 82 Prozent der Befragten rechnen mit besseren oder stabilen Geschäften. Vor einem Jahr waren es mit 84 Prozent nur geringfügig mehr. An der Befragung in den Monaten Dezember 2011 und Januar 2012 haben sich insgesamt 1.512 Berlin-Brandenburger Unternehmen aus Industrie, Dienstleistungen, Handel, Verkehrs- und Baugewerbe beteiligt.

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin: "Die Stimmung der Wirtschaft in unserer Region trotzt Rezessionsängsten. Der Geschäftsklimaindex für beide Bundesländer steigt auf den zweitbesten bisher gemessenen Wert - dass es kein neuer Rekordwert ist, liegt an den vergleichsweise gedämpften Erwartungen. Die laufenden Geschäfte dagegen haben bisher unerreichte Höhen erklommen. Die Berlin-Brandenburger Wirtschaft konnte das in den beiden zurückliegenden Jahren aufgenommene Tempo zu Ende 2011 noch weiter steigern. Impulsgeber ist erneut die florierende Dienstleistungsbranche der Region. Auch die Industrie glänzt in beiden Bundesländern mit überdurchschnittlich gut laufenden Geschäften. Das zeigt, dass unsere Unternehmen einen guten Teil zum kräftigen deutschen Wachstum im vergangenen Jahr mit beigetragen haben."

René Kohl, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam: "Trotz der Unsicherheitsfaktoren im Euro-Raum und des erwarteten Anstiegs der Energie- und Rohstoffpreise rechnen die Unternehmen in der Metropolregion mit keinem wirtschaftlichen Einbruch. Die Prognosen in der Industrie zeugen von Stabilität oder sogar von der Verbesserung der Geschäftslage. Bei den Dienstleistern in Berlin dominiert Optimismus, im Land Brandenburg geht man von konstanten Geschäften aus. Im Handel erwarten zwei Drittel der Unternehmen einen gleichbleibend guten Fortgang. In der Baubranche gibt es Unterschiede: Während in Brandenburg nur vier Prozent der Betriebe von weiteren positiven Geschäftsentwicklungen überzeugt sind, gehen hingegen in der deutschen Hauptstadt fast ein Drittel der Unternehmen von einem Anstieg aus.
Die Länderfusion zwischen Berlin und Brandenburg wird von 53 Prozent der befragten Unternehmen befürwortet - 22 Prozent sind unentschlossen - ein Viertel spricht sich dagegen aus. Mögliche finanzielle Belastungen gelten als häufigstes Gegenargument. Insgesamt 72 Prozent der Befürworter führen den Bürokratieabbau als Vorteil an."

Gundolf Schülke, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg: "Nach einer sehr positiven Arbeitsmarktentwicklung im zurückliegenden Jahr, rechnet die Wirtschaft der Region für 2012 mit einem weiteren spürbaren Zuwachs der Beschäftigtenzahlen. Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg planen die Unternehmen, neue Stellen zu schaffen, wobei insbesondere der Industriesektor, aber auch der Dienstleistungsbereich expandiert. Zum zweiten Mal in Folge stehen die Zeichen wieder auf Beschäftigungszuwachs. Die seit Mai 2011 geltende Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus den neuen EU-Mitgliedstaaten hat sich bisher kaum auf die Unternehmen in Berlin-Brandenburg ausgewirkt. Die zum Teil bestehende Erwartung, durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit die Fachkräftelücke der Region zu schließen, erfüllt sich nicht."

Jens Krause, Leiter Geschäftsbereich Standortpolitik der IHK Cottbus: "70 Prozent der Unternehmen in Berlin und Brandenburg planen für die kommenden Monate steigende oder gleichbleibende Investitionen. Dies ist ein anhaltend guter Wert. Weil Investitionsabsichten die aussagefähigsten Indikatoren für die künftige Konjunkturentwicklung sind, können wir eine stabile Geschäftsentwicklung für unsere Region erwarten. Allerdings unterscheiden sich die Investitionspläne zwischen den einzelnen Branchen stark. Während in der Industrie und auch bei den Dienstleistern viel investiert wird und sich damit der Investitionsstau der vergangen Jahre auflöst, ist der Handel zurückhaltender. Die hohe Investitionsbereitschaft in der Industrie wird auch durch das Exportgeschäft unterstützt. 61 Prozent der Unternehmen erwarten für das Jahr 2012 steigende oder gleichbleibende Ausfuhren. Dies liegt zwar unter dem Vorjahresniveau, dennoch hält das Exportwachstum - wenn auch abgeschwächt - weiter an."

Der Report steht Ihnen zum Download zur Verfügung auf www.ihk-berlin.de  unter der Dok.-Nr. 93926 und auf (Rubrik: International/Volks- und Außenwirtschaft - Konjunkturumfragen/Statistiken).

Quelle: Gemeinsame PM der IHKs Brandenburgs