Klimawandel macht dem brandenburger Wald Probleme

Mehr Akzeptanz für erneuerbare Energien notwendig

Klimawandel macht dem brandenburger Wald Probleme

Der Kiefer geht es gut. Die Eiche bleibt das Sorgenkind der Förster und Waldbesitzer. Das ist die Quintessenz des Waldzustandsberichtes 2011, der heute im Internet veröffentlicht wurde.

Forstminister Jörg Vogelsänger: "Die Brandenburger Wälder sind insgesamt gesund, aber der Klimawandel belastet besonders die Laubbäume. Bei den Eichen ist der Anteil der deutlichen Schäden von 26 Prozent im Jahr 2009 auf 34 Prozent im vergangenen Jahr angestiegen. Das ist nicht zuletzt auf den Klimawandel zurückzuführen und unterstreicht die Notwendigkeit der Energiewende. Wenn wir das schaffen wollen, brauchen wir aber mehr Akzeptanz für erneuerbare Energien im Land."

Die Vitalität der Bäume spiegelt sich auch im Zustand der Kronen wider. Der insgesamt gute Kronenzustand bleibt im Jahr 2011 erhalten. Die Witterungsbedingungen der vergangenen fünf Jahre wirkten sich positiv auf den Waldzustand aus. 52 Prozent der Waldfläche in der Region Berlin-Brandenburg ist ohne Schäden. Bei weniger als 10 Prozent des Waldes wurden "deutliche Schäden" festgestellt. Das Gesamtergebnis ist vor allem auf den guten Kronenzustand der Kiefer in Brandenburg zurückzuführen. Fast 60 Prozent der Kiefernflächen ist ohne Schäden und mit 5 Prozent deutlich geschädigter Kiefernkronen ist deren Anteil weiterhin gering.

Zwischen den Baumarten gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. Während die Nadelbäume auch 2011 nur wenige Schäden aufweisen, sind bei den Laubbäumen, besonders bei der Eiche, wieder wesentlich mehr Kronenschäden festzustellen. Nach dem Rekordsommer 2003 war noch fast jede zweite Eiche geschädigt. Bis 2009 ging der Anteil deutlicher Schäden kontinuierlich zurück und lag 2009 bei 26 Prozent. Seit dem ist wieder ein stetiger Anstieg der deutlichen Schäden zu verzeichnen. Gegenwärtig sind nur 9 Prozent der Eichen gesund, 34 Prozent weisen dagegen deutliche Schäden auf. Die Ursachen für den Anstieg der Schäden bei der Eiche sind vielfältig. Immer wieder hat die Eiche auch mit intensiven Fraßschäden durch eine Vielzahl von Schadinsekten zu kämpfen, nicht zuletzt durch den Klimawandel verursacht.

Für die Buche sind flächenrepräsentative Aussagen aufgrund der geringen Anzahl von Buchen im Stichprobennetz nicht möglich. Ähnlich wie bei der Eiche gab es aber auch bei der Buche einen Anstieg der deutlichen Schäden, die gegenwärtig bei rund 33 Prozent liegen.

Hintergrundinformation Baumartenverteilung in der Region: Die Kiefer ist mit 710.240 Hektar (74,2 Prozent) die dominierende Baumart in den Wäldern der Region. Die Hauptbaumarten Buche (3,7 Prozent) und Eiche (9,8) sind mit 82.540 Hektar noch relativ gering im Kronendach der Wälder vertreten. Die anderen Laubbäume nehmen 8 Prozent und die anderen Nadelbäume 4,4 Prozent ein.

Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg