GRÜNE LIGA - Selbst Prognos zweifelt an CCS-Kraftwerk in Jänschwalde

Bei der gestrigen Vorstellung ihres Gutachtens zur Energiestrategie des Landes Brandenburg haben sich die Bearbeiter der Firma Prognos betont vorsichtig über ein vom Land favorisiertes kommerzielles CCS-Kraftwerk in Jänschwalde geäußert. Damit das Kraftwerk im Szenario wirtschaftlich ist, habe man für das Jahr 2030 einen CO2-Preis von 43 bis 47 Euro pro Tonne ansetzen müssen. Ob solche Preise eintreten würden, sei sehr ungewiss.

GRÜNE LIGA - Selbst Prognos zweifelt an CCS-Kraftwerk in Jänschwalde

"Das Gutachten dürfte auf den zweiten Blick differenzierter zu bewerten sein, als es dem Wirtschaftsministerium lieb ist. Deshalb versucht es, diesen zweiten Blick zu unterbinden: Es hält die Langfassung noch immer zurück und lässt nach der Veröffentlichung nur noch wenige Tage Stellungnahmefrist. Seitens des Ministeriums wurde eine Verlängerung der Stellungnahmefrist in der gestrigen Veranstaltung klar abgelehnt. Mit der von der Landesregierung zugesagten Transparenz hat das nichts zu tun." sagt René Schuster vom Umweltverband GRÜNEN LIGA, der gestern an der Vorstellung der Gutachten teilnahm.

Umweltverbände und von Braunkohleplanungen betroffene Gemeinden fordern eine Stellungnahmefrist von sechs Wochen nach Veröffentlichung aller Gutachten. Das Ministerium hat am 10.Januar einen Entwurf der Energiestrategie verschickt und erwartet Stellungnahmen bis zum 7.Februar. Mehrere zugrunde liegende Gutachten wurden jedoch bis gestern unter Verschluss gehalten.

Mit der Option eines CCS-Kraftwerkes auf Braunkohlebasis und Verpressung des Kohlendioxids an einem unbekannten Ort in Europa versucht die Landesregierung derzeit, die weitere Abbaggerung von Dörfern in der Lausitz zu rechtfertigen.

GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus