Bodenuntersuchungen in Altbernsdorf geben keinen Anlass zur Besorgnis

Aufgrund wiederholt geäußerter Besorgnis von Anwohnern im Umfeld der Eigenschen Trocken- und Umwelttechnik (ETU) GmbH in Altbernsdorf über eventuelle Bodenverunreinigungen durch den Umgang mit festen Abfällen im Unternehmen in den zurückliegenden drei Jahren wurde im Dezember 2011 vom Umweltamt des Landkreises Görlitz eine Überprüfung des Bodenzustandes im nahen Umfeld des Anlagenstandortes unter Berücksichtigung der Spezifik der Betriebsweisen der Anlagen durch einen unabhängigen Sachverständigen veranlasst.

Die Ergebnisse der untersuchten Bodenproben ergaben keine Anhaltspunkte für schädliche Bodenverunreinigungen im Umfeld des Anlagenstandortes in Altbernsdorf. Ebenso ist eine signifikante Erhöhung der Schadstoffbelastung des Bodens verglichen mit der Situation vor Inbetriebnahme der Anlage zur Zwischenlagerung von Abfällen und zur Behandlung von ausgewählten Abfällen im Jahre 2009 nicht nachweisbar.

Für die analytischen Untersuchungen wurden sechs Mischproben aus der obersten Bodenschicht um den Anlagenstandort herum gewonnen. Mit den Laboruntersuchungen wurden dann jeweils die Feststoffgehalte der Schadstoffe Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber und Zink sowie die organischen Parameter PCB und PAK ermittelt.

Zur Beurteilung der gemessenen Schadstoffgehalte werden die Vorsorgewerte für Boden nach dem Bundesbodenschutzgesetz i. V. m. der Bundesbodenschutzverordnung herangezogen. Entsprechend dieser bodenschutzrechtlichen Vorgabe besteht bei einer Unterschreitung der mit den Vorsorgewerten festgelegten Schadstoffgehalte keine Besorgnis einer schädlichen Bodenveränderung. Da für den Parameter Arsen kein Vorsorgewert festgelegt ist, wird hier die regional übliche Hintergrundbelastung (Quelle: umwelt.sachsen.de/lfulg) als Vergleich herangezogen.

Die Wahl der Beprobungspunkte, die Art der Probenahme (Entnahmetiefe, Herstellung von Mischproben) sowie die chemisch-analytischen Untersuchungsmethoden bis hin zum ausführenden Untersuchungslabor erfolgten durch den Gutachter entsprechend den Vorgaben und dem Erfordernis der Vergleichbarkeit mit vorhandenen Ausgangswerten des Oberbodens aus dem Jahr 2009, welche im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Anlage zur Zwischenlagerung von Abfällen und zur Behandlung von ausgewählten Abfällen im Auftrag der ETU GmbH im Umfeld des Anlagenstandortes von einem Gutachter erfasst und dokumentiert wurden.

Aus allen erhaltenen Untersuchungsergebnissen lässt sich ableiten, dass die Messwerte für Arsen im Bereich der Hintergrundbelastung liegen und die anderen Messwerte die Vorsorgewerte für Boden unterschreiten bis auf einen Messwert für Cadmium an einer Probenahmestelle. Dieser eine Messwert liegt übereinstimmend mit dem entsprechenden Messwert aus dem Jahr 2009 nur geringfügig über dem Vorsorgewert, jedoch weit unter dem Besorgniswert. Aus fachlicher Sicht handelt es sich dabei um einen lokalen Einzelbefund, der keine schädliche Bodenveränderung darstellt. Weiterer Untersuchungsbedarf besteht hier nicht.

Zusammenfassend wird festgestellt, dass ein Einfluss des Anlagenbetriebes der ETU GmbH seit 2009 auf die Beschaffenheit des Oberbodens im Anlagenumfeld nicht erkennbar ist und insgesamt die Besorgnis von schädlichen Bodenverunreinigungen im untersuchten Bereich unbegründet ist.

Landratsamt Görlitz