Nachrichten und Pressemitteilungen

Zittau - Neißebrücken weichen dem Hochwasserschutz

Rückbau in Zittau gestartet - Sachsens Umweltminister Frank Kupfer hat heute (2. November 2011) gemeinsam mit dem niederschlesischen Wojewoden Aleksander Skorupa und dem Oberbürgermeister von Zittau Arnd Voigt symbolisch den Rückbau der Brücke Zur Reißigmühle/Porajów und der Grenzbrücke in Drausendorf gestartet.

Neißebrücken weichen dem Hochwasserschutz

"Die ungenutzten Grenzbrücken sind erhebliche Gefahrenpunkte bei Hochwasser. Sie können den Abfluss des Wassers behindern. Wasser, das ohne die Brücken abfließen könnte, staut sich und verursacht noch höhere Schäden", so der Minister. Beim Hochwasser im August 2010 war die Neiße in Zittau innerhalb weniger Stunden auf einen Pegelstand von fast fünf Metern angeschwollen und hatte verheerende Schäden hinterlassen.

"Zwar kann es keinen absoluten Schutz gegen jedes denkbare Extremereignis geben. Wir tun aber das Mögliche, um den Hochwasserschutz ständig zu verbessern. Hier im Dreiländereck ist uns die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit den Nachbarländern natürlich besonders wichtig", betonte Kupfer. So habe man im Herbst erstmals drei gemeinsame Schulungen für polnische und deutsche Wasserwehren organisiert. Darüber hinaus sei das Informationsangebot des Landeshochwasserzentrums im Internet um Niederschlags- und Hochwasserinformationen aus den angrenzenden Ländern erweitert worden, neue Hochwasserpegel würden geprüft und weitere Kooperationen mit den polnischen und tschechischen Hochwasserzentralen seien in Arbeit.

Ein wichtiges Ziel nach der grenzübergreifenden Ereignisanalyse des Hochwassers 2010 ist ein gemeinsamer Hochwasserrisikomanagementplan für die Lausitzer Neiße. Hierzu arbeiten Experten aus den beteiligten Ländern in der Internationalen Kommission zum Schutz der Oder zusammen.

Nach bereits durchgeführten Hochwasserschutzmaßnahmen an Mandau und Neiße, die allein im Gebiet der Stadt Zittau einen Umfang von 6,7 Millionen Euro hatten, investiert der Freistaat nun in den Rückbau der beiden ungenutzten Brücken insgesamt 590.000 Euro.

Kupfer dankte den polnischen Behörden sowie dem Landratsamt Görlitz und der Stadt Zittau für ihre konstruktive Zusammenarbeit. "Der heute begonnene Rückbau ist ein wichtiges Signal. Alle ungenutzten Brücken im sächsisch-polnischen Grenzgebiet, die den Abfluss der Neiße behindern, müssen so schnell es geht für den Hochwasserschutz beseitigt werden. Neu zu errichtende Brücken dürfen den Abfluss nicht behindern. Das muss ein Ziel unserer gemeinsamen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sein", so der Minister abschließend.

SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft