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Bürger aus Proschim bitten um Hilfe gegen Vattenfall-Tagebau Welzow-Süd II
Jetzt Stellungnahmen gegen Umsiedlung von 810 Brandenburgern abgeben!

Cottbus/Proschim, 10.10.2011 - Der Umweltverband GRÜNE LIGA ruft gemeinsam mit der Ortsvorsteherin von Proschim und ortsansässigen Unternehmen zu Bürgereinwendungen gegen den Tagebau Welzow-Süd II auf. Für das Vorhaben des Energiekonzerns Vattenfall sollen 810 Proschimer und Welzower Bürger umsiedeln. Die GRÜNE LIGA bietet Hintergrundinformationen und einen Musterbrief auf ihrer Internetseite www.lausitzer-braunkohle.de an.
"Wir rufen die Bürger auch außerhalb der Lausitz auf, uns mit einer Einwendung zu unterstützen. Wir Proschimer wollen unsere Heimat behalten." sagt Ortsvorsteherin Petra Rösch, die zugleich Geschäftsführerin der Landwirte Proschim GmbH ist.
"Wir sollen unsere Ackerflächen verlieren und nur noch auf der Bergbaukippe wirtschaften, wo die Böden erst nach Jahrzehnten annehmbare Erträge bringen. Der Firmenverbund Proschim fürchtet um die Existenz seiner derzeit 89 Angestellten, falls der Tagebau kommt. Deshalb kämpfen wir mit aller Kraft für Proschim und gegen Vattenfalls Pläne." sagt Petra Rösch.
René Schuster von der GRÜNEN LIGA: "Die Begründung des Tagebaues ist absurd: Während alle von der Energiewende reden, will Vattenfall hunderte Menschen umsiedeln, um mehr Kohle in Jänschwalde, einem der im klimaschädlichsten Kraftwerke Europas verfeuern zu können. Für das etwas modernere Kraftwerk Schwarze Pumpe reicht die Kohle bereits genehmigter Tagebaue bis ins Jahr 2040 aus."
Neben den Umsiedlern sehen auch diejenigen den Tagebau als Bedrohung, denen ein Leben am Rande der Grube bevorstünde. Während die Stadt Welzow zur Halbinsel im Tagebau würde, droht dem nahe gelegenen Dorf Lieske ein ähnlich dramatisches Schicksal: "Wir Liesker leben seit Jahrzehnten mit dem Restloch. Die Kippenstraße nach Kleinkoschen ist eines Tages weggerutscht, einfach so. Kommt noch der Tagebau Welzow II von der anderen Seite, leben wir an der Grubenkante wie auf einem Bahndamm. Die letzten gewachsenen Flächen um Lieske und Bahnsdorf herum würden verschwinden." sagt Christoph Wobar aus Lieske.
Vom 1. September bis Ende Oktober ist der Entwurf des Braunkohlenplanes in den Ämtern und Einwendungen können die Bürger bis zum 30. November abgeben. Vattenfall plant in der Lausitz insgesamt fünf neue Tagebaue, für die 3200 Menschen umgesiedelt werden sollen. Noch in diesem Jahr soll zum Tagebau Nochten in Sachsen ebenfalls ein Planentwurf öffentlich ausgelegt werden.
GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbus
c/o Straße der Jugend 94; 03046 Cottbus, 0355-4837815, 0151-14420487