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Sonderumfrage der Handwerkskammern in Berlin und Brandenburg - Regionales Handwerk weiter im Aufwärtstrend
Das Handwerk der Region Berlin-Brandenburg sieht sich weiter in einem stabilen Aufwärtstrend. Das ergab die zweite gemeinsame Sonderumfrage der Handwerkskammern in Berlin und Brandenburg, die Spitzenvertreter der Handwerkskammern aus Berlin, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam heute vorstellten. Die Sonderumfrage, die sich in diesem Jahr auch mit dem Thema Energie befasste, zeigt, dass sich das regionale Handwerk auf die Umsetzung der energiepolitischen Ziele eingestellt hat und mit entsprechenden Angeboten zum Gelingen der Energiewende beitragen wird.
Zur Jahresmitte 2011 erreicht der Geschäftsklimaindex des Berlin- Brandenburgischen Handwerks einen Wert von 108 Punkten und liegt damit um acht Punkte über dem Vorjahreswert. Der Geschäftsklimaindex ist ein Stimmungsindikator, der sowohl die aktuellen Einschätzungen der Geschäftsergebnisse der letzten sechs Monate als auch die Erwartungen der Betriebe für die kommenden sechs Monate einschließt.
Der Anstieg des Geschäftsklimaindex' ist sowohl auf die verbesserten Einschätzungen der Betriebe zu den aktuellen Geschäftsergebnissen als auch auf die optimistischeren Erwartungen hinsichtlich der kommenden wirtschaftlichen Entwicklung zurückzuführen. So beurteilen 85 Prozent der Handwerksbetriebe aus der Region Berlin-Brandenburg ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als zumindest zufriedenstellend, das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Mit zumindest zufriedenstellenden Ergebnissen für die zweite Jahreshälfte rechnen 82 Prozent der regionalen Handwerksbetriebe - das übersteigt den Vorjahreswert um sieben Prozent.
Auch in der Bewertung zur Entwicklung der Umsätze sowie bei der Beschäftigung spiegelt sich der Aufwärtstrend wider: Gegenwärtig berichten mehr Betriebe von Umsatzzuwächsen als von Umsatzrückgängen; zudem bleibt der Saldo aus Personalerweiterung und Personalabbau zur Jahresmitte 2011 positiv.
Die Sonderumfrage zum Thema Energie zeigt, dass der Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten durchschnittlich fast fünf Prozent beträgt. Die Verbesserung der energetischen Situation im eigenen Unternehmen bleibt daher eine Herausforderung für die Betriebe. Hemmnis für die betriebliche Gebäudesanierung ist die hohe Mieterquote - im regionalen Durchschnitt befindet sich jeder zweite Betriebssitz in gemieteten Räumlichkeiten, in Berlin sind es sogar drei Viertel.
"Der Anstieg des Geschäftsklimaindex' zeigt, dass sich das Handwerk in der Region Berlin-Brandenburg erholt und ein deutlich verbessertes Konjunkturbild zeichnet", so der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus, Knut Deutscher. "Besonders erfreulich ist, dass die Betriebe mit mehr Zuversicht als noch vor einem Jahr in die Zukunft blicken: Der Anteil der Betriebe, die zumindest zufriedenstellende Geschäfte erwarten, ist von
75 Prozent auf 82 Prozent angestiegen", so Deutscher weiter.
"Mehr Aufträge vor allem im Baubereich und bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf haben dazu geführt, dass der Anteil der Betriebe, die über eine verbesserte Auftragslage berichteten, stabil bei 28 Prozent geblieben ist.
Positiv ist es, dass der Anteil der Betriebe mit Nachfrageeinbußen um neun Prozentpunkte auf nunmehr 16 Prozent gesunken ist. Auch im Bereich der Auftragslage hält der Aufwärtstrend im regionalen Handwerk weiter an, zumal 84 Prozent der Betriebe optimistisch sind, dass sich die Auftragslage auch weiter günstig entwickeln wird", erläuterte Ralph Bührig, Abteilungsleiter Recht bei der Handwerkskammer Potsdam.
"Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Bewertungen zur Entwicklung der Umsätze und bei der Personalplanung wider", ergänzte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt (Oder), Region Ostbrandenburg, Wolfgang Zithier. "Im Vorjahr lag der Saldo aus steigenden und sinkenden Umsätzen noch im Minus - jetzt ist er im Plus, und zwar sowohl bei den aktuellen Bewertungen als auch bei den Erwartungen für das kommende Halbjahr. Besonders beeindruckend ist es, dass die Betriebe mehrheitlich ihren Personalstamm halten konnten", hob Zithier hervor.
Zum Thema Energie sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin, Jürgen Wittke: "Da die hohe Mieterquote die Handlungsfähigkeit der Betriebe zur eigenen Gebäudesanierung deutlich einschränkt, haben die Betriebe mit anderen Maßnahmen auf die steigenden Energiekosten reagiert und vor allem in Kraftstoff sparende Fahrzeuge investiert. Darüber hinaus hat mehr als ein Viertel der Betriebe den Strom- oder Gasanbieter gewechselt, um den Anteil der Energiekosten an den betrieblichen Gesamtkosten zu senken."
Ein Viertel der Betriebe sehe in steigenden Energiekosten auch Chancen und hoffe auf Aufträge im Bereich der Gebäudesanierung, der Heizungssanierung sowie der Solarwärme und Photovoltaik.
Download: Gemeinsame Sonderumfrage der Handwerkskammern in Berlin und Brandenburg zur Konjunkturelle Lage und Energiepreisentwicklung im regionalen Handwerk (PDF-Dokument)
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