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41 Millionen für Umweltleistungen der sächsischen Landwirte
Kupfer lobt Engagement für Erosionsschutz und biologische Vielfalt
Umweltminister Frank Kupfer hat Sachsens Landwirte für Ihren Einsatz für die Umwelt gelobt: „Immer mehr Landwirte wollen über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus Leistungen für die Umwelt erbringen. Für die damit verbundenen Ertragsausfälle erhalten sie vom Freistaat Unterstützung. Dieses System hat sich bewährt. Ich wünsche mir, dass noch mehr Landwirte die bestehenden Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen - zum Nutzen der Umwelt".
Rund 3 000 Landwirtschaftsbetriebe bewirtschafteten im vergangenen Jahr ihre Flächen nach dem sächsischen Agrarumweltprogramm, das sind etwa 40 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe in Sachsen. Die freiwillige Teilnahme am Agrarumweltprogramm auf Flächen von mehr als 326 500 Hektar wurde durch den Freistaat mit rund 41 Millionen Euro finanziell unterstützt.
Etwa ein Drittel der sächsischen Ackerflächen wurden stoffeintragsminimierend und bodenschonend bewirtschaftet. Mit den Maßnahmen „dauerhaft konservierende Bodenbearbeitung" (208 711 ha) und der im vergangenen Jahr erstmals angebotenen Maßnahme „bodenschonende Produktionsverfahren des Ackerfutterbaus" (9 579 ha) wird ein aktiver Beitrag zur Vermeidung von Bodenerosion geleistet. Maßnahmen wie „Ansaat von Zwischenfrüchten" (24 360 ha), „Ansaat von Untersaaten" (275 ha) und die auch erstmals angebotene Maßnahme „Anlage von Grünstreifen auf Ackerland" (663 ha) tragen zur Minderung von Stoffeinträgen ins Grund- und Oberflächenwasser und somit zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie bei.
Extensive Weide- und Wiesenbewirtschaftung wurde auf 30 804 Hektar durchgeführt. Auf diese Weise wird eine hohe biologische Vielfalt dieser Grünlandflächen erhalten und gefördert, für Tiere wie Wiesenbrüter und Insekten werden attraktive Lebensräume geschaffen. Darüber hinaus wird ein abwechslungsreiches Landschaftsbild bewahrt. Im Vergleich zu 2009 bedeutet dieser Flächenumfang einen Zuwachs von knapp 3 000 Hektar (elf Prozent). Zusätzlich wurden 3 960 Hektar Ackerland in Grünland umgewandelt.
Naturschutzmaßnahmen tragen insbesondere zur Erhöhung der Biodiversität und somit zur Umsetzung der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie bei. 2010 wurden 3 159 Hektar Ackerland und 26 231 Hektar Grünland naturschutzgerecht bewirtschaftet. Gegenüber dem Jahr 2009 konnte ein Flächenzuwachs von rund 2 600 Hektar (9,8 Prozent) erreicht werden.
Mit besonders günstigen Förderkonditionen unterstützt der Freistaat Betriebe des ökologischen Landbaus. Im Jahr 2010 stieg die ökologisch bewirtschaftete Fläche um knapp 12 Prozent auf 36 180 Hektar. 444 ökologisch wirtschaftende Betriebe erhielten eine Unterstützung von rund 7,15 Millionen Euro.
„Sachsens Landwirte stellen sich den neuen Herausforderungen wie Klimawandel, Wassermanagement oder dem Erhalt der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft. Wir haben im Rahmen des so genannten Gesundheitschecks der EU das Spektrum der Agrarumweltmaßnahmen erweitert und damit auch die Akzeptanz bei den Landwirten erhöht", sagte Landwirtschaftsminister Frank Kupfer. „Für die Agrarumweltmaßnahmen ist auf EU-Ebene geregelt, den Landwirten nach grundlegenden Änderungen der Konditionen zum Ende der Förderperiode einen sanktionsfreien Ausstieg oder einen Umstieg in die dann geltenden Förderprogramme der neuen Förderperiode zu ermöglichen. Eine solche Lösung unterstütze ich", so der Minister. Konkrete Regelungen, die sächsischen Landwirten einen Neueinstieg in Agrarumweltmaßnahmen ermöglichen sollen, werden derzeit geprüft. Das gilt auch für den Bereich des ökologischen Landbaus.
Hintergrund:
Die Förderung der Agrarumweltmaßnahmen werden durch die EU mit bis zu 90 Prozent im Rahmen des sächsischen Entwicklungsplans für den Ländlichen Raum kofinanziert. Der ökologische Landbau wird zu 60 Prozent mit Mittel des Bundes aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) finanziert. Der Freistaat Sachsen gibt bei der Agrarumwelt- und bei der Öko-Förderung den entsprechenden Landesanteil dazu und unterstützt zudem noch zu 100 Prozent die umwelt- und naturschutzgerechte Teichbewirtschaftung.
SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft