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Grenzüberschreitendes Modellvorhaben für medizinische Dienstleistungen in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec
Sitzt Ihr Kind lieber vor dem Fernseher und Computer statt sich körperlich im Freien ausgiebig zu bewegen? Dann könnte es zu den Kindern gehören, die Störungen am Bewegungsapparat entwickeln.
Nach den jüngsten Untersuchungen des Gesundheitsamtes über die gesundheitliche Situation der Vorschulkinder hat bereits jeder fünfte Sechsjährige im Landkreis Görlitz derartige Probleme. Diese sind den Eltern nicht immer bewusst. Knapp 10 Prozent leiden an einer Haltungsschwäche, die sich zu ernsthaften Wirbelsäulenerkrankungen, wie z. B. Skoliose, entwickeln kann. Unbehandelte Skoliosen fallen äußerlich durch eine Wirbelsäulendeformation auf, sind aber nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie können zur Beeinträchtigung der Atemorgane führen, sodass das Kind nur noch mit einem Teil der Lunge atmen kann. Auch die Funktion des Herzens und damit der gesamte Kreislauf werden durch die Wirbelsäulenverkrümmung betroffen. ?Skoliosen benötigen eine intensive, spezialisierte und individualisierte Behandlung", sagt Professor Zbigniew ?liwi?ski, Chef der Rehabilitationsklinik in Zgorzelec. Die Grundlage dieser Behandlung ist eine detaillierte Diagnose und die Feststellung des Skoliosetypes. Die Kombination von modernster technischer Ausstattung und einem hochqualifizierten Team aus Ärzten und Therapeuten, wie an nur wenigen Orten in Europa vorhanden, ermöglicht in der Zgorzelecer Rehabilitationsklinik die notwendige Diagnostik und Therapie vor Ort.
Die Problematik der Skoliose bei Kindern ist ein länderübergreifendes Problem. Deshalb startete im November 2010 in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec in Kooperation mit dem Institut für Biomedizinische Technik der TU Dresden ein gemeinsames, von der Europäischen Gemeinschaft gefördertes Projekt ?Gesunde Kinder - Gesundes Europa". Die Rehabilitationsklinik in Zgorzelec soll zu einem Fachzentrum für die gesamte Region und damit auch für deutsche Patienten werden.
Im Rahmen des Projekts besteht die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche aus den Regionen Görlitz und Zgorzelec in der Rehabilitationsklinik auf Haltungsschäden untersuchen zu lassen. Gegebenenfalls wird für die Kinder ein Therapieplan erstellt. Die Kosten für Diagnostik und Therapie werden vom Projektträger übernommen.
Seitens der Stadt Görlitz wurden zunächst zwei Schulen in das Projekt - Grenzüberschreitendes Modellvorhaben für medizinische Dienstleistungen in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec - ?Gesunde Kinder - Gesundes Europa" einbezogen. Und zwar betrifft das die Schüler der fünften Klassen der Mittelschule Innenstadt und die Schüler der dritten Klassen des Förderschulzentrums in Königshufen. Mit Unterstützung der wissenschaftlichen Mitarbeiter und Projektbegleiter der TU Dresden werden bereits im Juni und zu Beginn des neuen Schuljahres ausführliche Elterninformationen im Rahmen der Schulelternversammlungen durchgeführt. In Fortführung des Projektes sollen weitere Görlitzer Schulen beteiligt werden.
Bildquellen sind: Dressel
Stadtverwaltung Görlitz
Untermarkt 6-8
02826 Görlitz