Sachsen will bessere Repräsentation von Frauen in leitenden Positionen
Sachsens Gleichstellungsministerin Christine Clauß hat sich für mehr Frauen in Führungspositionen ausgesprochen. „Wir sehen das als dringlich an - sowohl im Interesse der Wirtschaft als auch im Interesse der Frauen."
„Verdienste und Karriereverläufe von Frauen darauf zu untersuchen, was geändert werden muss, das ist auch eine politische Aufgabe. Mein Ziel ist es, das künftig mehr Frauen in die Chefetagen und Gremienarbeit einziehen. Aber machen wir uns nichts vor: Der gesellschaftliche Prozess des Umdenkens muss weiterhin stattfinden. Noch haben wir einen viel zu großen deutschlandweiten Konsens darüber, dass Frauenberufe schlechter bezahlt werden und Frauen so manche Führungsaufgabe gar nicht anstreben. So ist die Zahl der Akademikerinnen, die sich für Spitzenpositionen bewerben, immer noch niedriger als die männlicher Interessenten. Noch hilft es uns auch nicht, dass wir sächsischen Frauen traditionell eine viel höhere Erwerbstätigkeitsquote haben als der Rest der Republik. Noch schlägt sich in den Erwerbsverläufen nicht genügend nieder, dass unsere jungen Frauen die stärkeren Gewinnerinnen unseres Bildungssystems sind und bei uns im Freistaat im letzten Jahr 56 Prozent der Abiturienten weiblich waren.
Sachsen konnte in den letzten Jahren eine einen Anstieg von 7 Prozent der erwerbstätigen Frauen mit Leitungs- und Führungstätigkeiten verzeichnen. Erst dann aber, wenn sich die weibliche Erwerbstätigkeit dauerhaft auch in Verdienst und Führungsverantwortung niederschlägt, haben wir einen guten Grad an Gleichstellung erreicht", sagte Clauß.
„Die diesjährige Gleichstellungsministerkonferenz am 10. und 11. Juni in Dresden steht unter meinem Vorsitz. Gegenstand unserer Gespräche wird es u.a. sein, welche konkreten Schritte zur Erhöhung des Frauenanteils etwa in Aufsichtsräten deutscher Unternehmen in einem vertretbaren Zeithorizont stattfinden können. Auch die Erfahrungen anderer Mitgliedsstaaten werden wir diskutieren.
Eines steht fest: Um einen höheren Frauenanteil in Führungsetagen von Wirtschaftsunternehmen oder in der Wissenschaft zu erreichen, brauchen wir jedenfalls gesellschaftlich betrachtet einen Bewusstseinswandel und eine generell familienfreundliche Arbeitswelt."
SMS - Sächsisches Staatsministerium für Soziales




